Kapitel 2 / 2. fejezet

Ich erinnere sie groß und schwer. Schwarz – muskulös – und auf allen Vieren irgendwie quadratisch. Er blickt nur kurz herüber. Geradeaus, dann nach rechts, wieder geradeaus. Nicht hektisch. Ruhig. Langsame Kopfdrehung. Kommt er auf mich zu, spüre ich leise Furcht. Nur kurz. Der eine sitzt, die andere liegt. Die dritte auch, rechts unten. Wenn sie essen, essen sie vom Boden. Kohl, Rüben und etwas, … Kapitel 2 / 2. fejezet weiterlesen

17.09.2016 / 2016. szeptember 17.

Das Viertel Belváros liegt zentral, die Wohnung im dritten Stock. Ein imposanter Altbau: im Inneren kontrastreich filigran und schlicht, beruhigend großzügig und hell. Metallene Flurzwischentüre, Haustüre. Angenehm und sehr privilegiert, das weiche Treten auf dem knarzenden Parkettboden, das Reflektieren der charmant – in abgetönten Farben schimmernden – Wände, das Öffnen der hohen Flügeltüren, die freigeistige Raumhöhe. Der Blick aus dem Fenster führt in den Himmel … 17.09.2016 / 2016. szeptember 17. weiterlesen

Repair, 2016

Ich habe die alten Stoffreste meiner Großmutter durchgestöbert. Sie hatte zwei großen Schubladen eines Schrankes mit Stoffresten aus alten Klamotten, Decken und dergleichen voll. Sie hat diese zum Flicken aufbewahrt – eine Gewohnheit, die nach dem Krieg sicherlich sinnvoll war, und wie ich es 2011 herausfand, nicht nur ihr eigen war. In jenem Jahr habe ich auf der Istanbul Biennale die zierlichen Textillcollagen von Geta … Repair, 2016 weiterlesen

Kapitel 1 / 1. fejezet

  Wie geschmeidig kann eine Erzählung davon handeln, „(…), für die Besuchenden wiederum nicht wahrnehmbar, dass die Gitter einer Volière von früher mit dem Stutzen von Flügeln und damit der Herstellung von Fluguntauglichkeit (…) eingetauscht werden.“?1 Zielgerichtet und langsam, voller Spannung gehe ich ihm entgegen. Die Einzelkarte für „… you can see it all written here to the left …“ gilt bis 31. März 2017. … Kapitel 1 / 1. fejezet weiterlesen